Woher nimmst du eigentlich deine Ideen?

Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach. Vieles von dem, was in meinen Büchern steckt, hat mit meinen eigenen Erfahrungen zu tun. Manches entsteht aus Beobachtungen, aus Situationen, die mir im Alltag begegnen, oder aus Gedanken, die sich irgendwann in meinem Kopf festsetzen.
Und dann gibt es noch eine ganz besondere Quelle für meine Geschichten:
„Was wäre, wenn …?“
Diese drei Worte haben bei mir schon so einiges ausgelöst.
Ich frage mich ziemlich häufig, was passieren würde, wenn eine bestimmte Situation anders wäre als erwartet. Oder was passieren könnte, wenn jemand eine Entscheidung trifft, mit der eigentlich niemand gerechnet hat.
Das Spannende daran ist, was mein Gehirn anschließend daraus macht.
Aus einem einzigen „Was wäre, wenn?“ können sich plötzlich die kuriosesten Merkwürdigkeiten entwickeln. Dann entstehen weitere Fragen, neue Möglichkeiten und irgendwann vielleicht sogar eine Geschichte.
Manchmal beginnt das ganz harmlos.
Ich frage mich beispielsweise: Was wäre, wenn jemand nach dem Tod seiner Mutter einen Brief findet – einen Brief, den seine Mutter an ihn selbst geschrieben hat?
Und plötzlich ist da eine Geschichte.
Genau aus solchen Gedankenspielen können sich bei mir ganze Geschichten entwickeln. Ich beginne mit einer Frage und schaue dann, wohin sie mich führt. Dabei weiß ich nicht unbedingt von Anfang an, wie die Geschichte ausgehen wird. Manchmal überrascht mich meine eigene Fantasie dabei durchaus selbst.
Natürlich wird nicht aus jeder Idee ein Buch. Manche Gedanken bleiben genau das: ein Gedanke. Andere landen in einer Notiz, verschwinden für eine Weile und tauchen irgendwann wieder auf. Und wieder andere lassen mich einfach nicht mehr los.
Besonders spannend finde ich dabei die Mischung aus eigenen Erfahrungen und erfundenen Geschichten. Ein persönliches Erlebnis kann der Ausgangspunkt für eine Szene sein, eine Beobachtung kann eine Figur inspirieren und aus einer ganz einfachen Frage kann plötzlich eine komplett neue Welt entstehen.
So war es auch bei Lütjenhafen. Eine Geschichte beginnt mit einer Idee – und irgendwann gibt es einen Ort, Menschen, Beziehungen und immer mehr Dinge, die dort passieren können.
Mein Kopf ist also vermutlich eine ziemlich eigenartige Mischung aus Beobachtungen, Erinnerungen, Erfahrungen und sehr vielen „Was wäre, wenn …?“
Und manchmal kommt dabei etwas heraus, mit dem ich selbst nicht gerechnet habe.
Genau das macht das Schreiben für mich so spannend.
