Ingrid Kittelmann

Figuren in Lütjenhafen ist eine Figur aus der Lütjenhafen-Reihe von Claudia Anders. Die Wohlfühlromane spielen im fiktiven Küstenort Lütjenhafen an der Ostsee und erzählen von Liebe, Familie, Neuanfängen und dem ganz normalen Leben.
Ingrid Kittelmann ist die Mutter von Corinna und damit eine der Personen, die Corinnas Leben von Anfang an geprägt haben.
Eine Berlinerin durch und durch
Ingrid wurde 1945 in Berlin geboren und blieb der Stadt ihr ganzes Leben lang verbunden. Berlin war ihr Zuhause, ihre vertraute Umgebung und der Ort, an dem sie Familie und Beruf miteinander verband. Sie arbeitete viele Jahre Vollzeit in einem Büro und war eine Frau, auf die man sich verlassen konnte.
Ingrid kannte ihren Alltag genau. Sie wusste, was erledigt werden musste, und sorgte dafür, dass es auch erledigt wurde. Arbeit, Familie und die vielen kleinen Dinge des täglichen Lebens gehörten für sie selbstverständlich zusammen.
Eine Frau, die anpackt
Denn Ingrid war jemand, der anpackte.
Wenn etwas organisiert, erledigt oder geregelt werden musste, war sie zur Stelle. Sie kümmerte sich um ihre Familie, half anderen und behielt auch dann den Überblick, wenn es im Alltag einmal kompliziert wurde. Verantwortung zu übernehmen gehörte für sie ganz selbstverständlich zum Leben dazu.
Vielleicht sogar ein bisschen zu selbstverständlich.
Denn so zuverlässig und tatkräftig Ingrid auch war, ihre eigenen Wünsche stellte sie häufig zurück. Sie war daran gewöhnt, dass es immer jemanden gab, um den sie sich kümmern musste. Zeit für sich selbst blieb dabei leicht auf der Strecke.
Der Traum von der eigenen Pension
Dabei hatte Ingrid durchaus einen eigenen großen Traum.
Sie wollte schon als junge Frau eine kleine Pension führen.
Die Vorstellung, ein eigenes Haus zu haben, Gäste willkommen zu heißen und einen Ort ganz nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten, ließ sie nie vollständig los. Sie sammelte Informationen, hob Unterlagen auf und beschäftigte sich immer wieder mit der Frage, wie sich dieser Traum vielleicht doch noch verwirklichen lassen könnte.
Doch aus dem Traum wurde nie Wirklichkeit.
Ingrid entschied sich immer wieder für das, was vernünftig erschien, für das, was gebraucht wurde, und für die Menschen, die auf sie angewiesen waren. So wurde aus dem Traum von der eigenen Pension irgendwann eine dieser Ideen, die man tief im Herzen weiterträgt, obwohl man längst weiß, dass man sie wahrscheinlich nicht mehr verwirklichen wird.
Ingrid als Mutter
Als Mutter liebt Ingrid ihre Tochter Corinna. Gleichzeitig ist Corinna ein eher unkompliziertes Kind, das wenig Ärger macht und scheinbar wenig Aufmerksamkeit benötigt. Im hektischen Familienalltag kann dadurch leicht der Eindruck entstehen, dass mit ihr alles in Ordnung ist.
Ingrid ist keine Frau, die große Reden hält oder ihre Gefühle ständig nach außen trägt. Ihre Fürsorge zeigt sich vielmehr in dem, was sie tut. Sie organisiert, hilft, arbeitet und hält den Alltag am Laufen.
Ihre Liebe zeigt sich weniger in großen Worten als in ihrer Bereitschaft, da zu sein und Verantwortung zu übernehmen.
Stark für andere, wenig für sich selbst
Vielleicht liegt genau darin ihre größte Stärke – und zugleich ihre größte Schwäche.
Ingrid ist es gewohnt, für andere da zu sein. Die Frage, was sie selbst eigentlich möchte, stellt sie viel zu selten.
Sie hat gearbeitet, sich gekümmert, organisiert und durchgehalten. Nach außen wirkt das wie ein erfülltes und verlässliches Leben. Doch irgendwo zwischen all diesen Pflichten bleibt immer die Frage, was aus den eigenen Wünschen geworden ist.
Ihr Traum von der Pension ist dafür ein gutes Beispiel.
Mehr als nur Corinnas Mutter
Ingrid Kittelmann ist deshalb weit mehr als nur die Mutter von Corinna. Sie ist eine Frau mit eigenen Wünschen, Entscheidungen und unerfüllten Träumen – auch wenn man davon auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so viel sieht.
Ihre Geschichte erzählt von einer Frau, die sehr viel für andere getan hat und dabei manchmal vergessen hat, sich selbst genauso wichtig zu nehmen.
Und vielleicht macht gerade das Ingrid zu einer Figur, über die es sich lohnt, etwas genauer hinzusehen.
