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Claudia Anders

Willkommen in Lütjenhafen

Corinna Kittelmann

Posted on 3. September 20268. September 2026 By admin
Eine Frau sitz auf einer Stufe, schaut Richtung Meer und hat einen Arm um eine großen, schwarzen Hund gelegt.
Eine Frau, die lernen muss, sich selbst wahrzunehmen

Wer Corinna Kittelmann zum ersten Mal begegnet, könnte sie leicht übersehen. Sie ist keine Frau, die einen Raum betritt und sofort alle Blicke auf sich zieht. Sie kleidet sich praktisch, tritt zurückhaltend auf und wirkt zunächst eher ruhig und verschlossen.

Wer genauer hinsieht, entdeckt schnell, dass in Corinna sehr viel vor sich geht.

Corinna ist 1973 geboren und zu Beginn der Lütjenhafen-Reihe 47 Jahre alt. Sie ist eine eher stille, reflektierte Frau, die viel denkt und wenig sagt. Sie beobachtet ihre Umgebung aufmerksam, ist pflichtbewusst und zuverlässig und hat sich über viele Jahre daran gewöhnt, zu funktionieren.

Eigene Bedürfnisse? Die können warten.

Erst machen, dann fühlen – so könnte man Corinnas bisherige Lebenshaltung zusammenfassen. Sie ist es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen, Erwartungen zu erfüllen und sich selbst dabei eher an die zweite Stelle zu setzen. Nicht unbedingt, weil sie es bewusst so entschieden hat, sondern weil es irgendwann selbstverständlich geworden ist.

Dabei gibt es durchaus Dinge, nach denen sie sich sehnt: nach Klarheit, nach Ruhe und Wahrhaftigkeit. Danach, wirklich gesehen zu werden. Und vielleicht auch danach, herauszufinden, wie ein Leben aussehen könnte, das nicht nur aus Pflichten und Gewohnheiten besteht.

Corinna ist keine klassische Heldin. Sie rettet keine Welt und muss auch nicht lernen, plötzlich laut und selbstbewusst aufzutreten. Ihre Entwicklung ist viel leiser – und vielleicht gerade deshalb so spannend.

Denn manchmal braucht es keinen großen Knall, um ein Leben zu verändern. Manchmal beginnt Veränderung damit, dass man sich eine Frage stellt, die man lange vermieden hat:Wer bin ich, wenn ich nicht mehr funktioniere?

Eine besondere Rolle in Corinnas Leben spielt ihre Hündin Tante Tilli. Die Deutsche Dogge ist für sie weit mehr als ein Haustier. Tilli ist Ruhepol, Begleiterin und emotionaler Anker. Zwischen den beiden braucht es nicht viele Worte. Manchmal reicht es, dass jemand einfach da ist.

Und dann ist da noch Corinnas Beziehung zum Schreiben. Schreiben wird für sie mehr als ein kreatives Hobby. Es wird zu einer Möglichkeit, Gedanken zu ordnen, Erinnerungen zu betrachten und sich selbst ein Stück weit näherzukommen.

Vielleicht ist genau das Corinnas größte Stärke: Sie verändert sich nicht über Nacht. Sie geht kleine Schritte, schaut genauer hin und beginnt, Fragen zu stellen. Und irgendwann erlaubt sie sich vielleicht sogar, die eigenen Wünsche genauso ernst zu nehmen wie die der Menschen um sie herum.

Corinna ist leise, aber leise bedeutet nicht schwach.

Und ihre Geschichte hat gerade erst begonnen.

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